Ich hoffe, du bist wohlauf und gut genährt durch den Winter gekommen.
Für mich war es eine wunderbar nach innen gekehrte Zeit – Räuchern, Meditieren, Reflektieren. Ich bin dankbar, dass ich das so leben darf. Und nun, mit dem ersten Frühlingsatem weitet sich dieser innere Raum – und mit ihm die Freude, mich wieder mit der Welt zu teilen.
In den letzten Jahren hat sich mein künstlerischer Stil gewandelt: die Farben auf meiner Palette sind erdiger, dunkler und reduzierter geworden. Kürzlich habe ich mich wieder mit meinem ursprünglicheren Stil verbunden: der astralen Welt, den Farben des Himmels und einem visionären Raum, der der Erde enthoben ist.
Auf meiner Staffelei entsteht gerade etwas ganz Neues – und das Malen macht so viel Freude wie schon lange nicht mehr. Ich teile es, wenn es so weit ist.
Heute möchte ich dir zwei Werke zeigen aus diesen beiden unterschiedlichen Phasen zeigen. Und es würde mich sehr interessieren zu hören: Welcher Stil spricht dich mehr an?
Die Steine summen tief in der Erde. Der Wal gleitet durchs Wasser wie ein lebendes Gebet. Die Pilze weben ihre stillen Netzwerke unter unseren Füßen. Die Sterne pulsieren mit Klängen aus Licht.
Jede Lebensform, jede uralte Zivilisation, die je aufstieg und wieder ins Licht zurück ging, trägt ihr eigenes Seelenlied in sich.
Und doch ist in der Vielfalt der Töne alles von einer Harmonie getragen.
Wir sind Bewusstsein, das sich in viele Formen hinein geträumt hat – jede Form ein einzigartiger Ausdruck.
Der Embryo weiß das, bevor er irgendetwas anderes weiß. Vor der Sprache, vor der Trennung, vor dem Vergessen – gibt es nur diesen ursprünglichen Zustand: reines Sein, noch verwurzelt im Herzen der Schöpfung durch eine Nabelschnur, die niemals wirklich durchtrennt wurde.
Dieses Gemälde ist eine Erinnerung an das, was immer war und immer sein wird – ein Bewusstsein, in vielen Formen.
Unter den Früchten des Kakaobaums öffnet sich ein Raum der Erinnerung. Im goldenen Blick von Frau und Panther offenbart sich eine ursprüngliche Wildheit – die ungezähmte Kraft in uns. Vielleicht vorübergehend begraben unter Schichten der Anpassung und Erwartung, aber niemals wirklich verloren.
Beide sind Ausdruck desselben Wesens – wachsam und tief verbunden. Der Blick der Frau ist klar und ruhig, als hätte sie sich jenseits aller Rollen wiedergefunden. Von indigenen Kulturen als Hüter des inneren Wissens verehrt, bewegt sich der Panther mit stiller Gewissheit durch die Dunkelheit – nicht weil der Weg klar ist, sondern weil er tief mit sich selbst verbunden ist.
Dieses Gemälde ehrt unsere ursprüngliche Kraft – unsere instinktive Natur, die wahrhaftig in sich selbst steht, ohne sich anzupassen oder zu verleugnen. Und genau deshalb kann sie wirklich aus dem Herzen heraus leuchten.
Diese zwei Werke tragen sehr unterschiedliche Energien in sich – und doch sind sie aus dem selben Quell entstanden. Mich würde sehr interessieren, welches davon dich mehr anspricht.
Ein Originalgemälde trägt etwas in sich, das nur einmal existiert – die Energie unzähliger Pinselstriche, Schicht für Schicht mit aufmerksamer Sorgfalt aufgetragen. Was in jenem Moment durch meine Hände auf die Leinwand geflossen ist, kann nicht wiederholt werden – nicht einmal durch mich selbst. Diese Kraftbleibt im Gemälde und strahlt von dort aus, zeitlos.
Während ich dir das schreibe, sitze ich in meinem Atelier, umgeben vom Geruch der Farben und der stillen Freude über ein Bild auf meiner Staffelei, das gerade entsteht. Meine Pinsel warten – und ich auch, voller Vorfreude, dir zu zeigen, was sich hier formt, wenn es so weit ist.
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Übrigens habe ich in letzter Zeit einiges auf meiner Website erneuert – neue Angebote sind dazugekommen, und manches hat eine klarere Form gefunden. Wenn du neugierig bist, schau gerne vorbei.